[:en]Seit dem Kauf unserer Five Senses habe ich nun schon einige Verbesserungen vorgenommen: Rigg Upgrade, neue Segel, das Unterwasser-Schiff wurde saniert, den Propeller habe ich gewechselt, neue Elektronik hat Einzug gehalten, wir haben ein Radar an Bord, das Holzdeck musste vollkommen erneuert werden usw., usw. - Bisher hat meine Crew das entweder mit Schulterzucken zur Kenntnis genommen, oder, ich habe Kritik einstecken müssen, denn man hätte das Geld ja auch anderwertig bestens einzusetzen gewusst. Der Einbau einer Klimaanlage an Bord hat aber eine vollkommen neue Reaktion bewirkt: Wertschätzende Dankbarkeit!
Eine zweite Reaktion möchte ich hier wiedergeben, die wir in Novigrad erlebt haben: Unsere Stegnachbarn hatten sich erkundigt, warum denn ständig Wasser aus unserem Boot lief. Rasch war erklärt, dass dies eine Umwälzpumpe für die Klimaanlagen-Kühlung wäre. Ich lud die hoch-erstaunte Crew unter Deck ein und dort hatte es im Unterschied zu den 38° Grad Außentemperatur (bei 70% Luftfeuchtigkeit) angenehme 28° Grad Raumtemperatur. "Das ist wahrer Luxus!" entfuhr es unserem Nachbarn und eigentlich hätte er unseren Salon gar nicht mehr verlassen wollen. Denn draußen war es eben brüllend heiß.
Und ich denke diese Aussage bringt die Essenz auf den Punkt: Eine Klimaanlage erhöht den Komfort an Bord schlagartig um das zig-fache. Aber es ist natürlich nicht alles Gold was glänzt und man muss ein paar Kompromisse in Kauf nehmen bzw Überlegungen anstellen, bevor man sich dazu durchringt solch eine Anlage nachzurüsten.

Stauraum und Kühlkapazität:
Je nach Stärke eines Aggregats braucht es einen definiert großen Platz für den Einbau. Es ist aber nicht nur der Platzbedarf für den Kompressor zu beachten, man muss auch eine Umwälzpumpe für Kühlwasser, ausreichend dimensionierte Durchlässe für die gekühlte Luft, die Absaugung des Kondenswassers und zusätzlich benötigte Kabel und Elektrik mit einkalkulieren. Eine der wesentlichen Entscheidungen zu Beginn eines Nachrüstungsprojektes ist daher, welche Räume klimatisiert werden sollen und mit welcher Aggregatstärke man rechnen muss. Als grober Richtwert sollten für eine kleine (Bug-)koje ca. 3.500 BTU Kühlkapazität berechnet werden. Ein Salon auf einer ca. 45 Fuss großen Yacht benötigt 9.000-16.000 BTU. Die Dimensionierung ist auch von der Farbe des Bootskörpers und natürlich vom Segelrevier abhängig. Für größere Schiffe über 50 Fuss eigenen sich getrennte Einheiten besser als Kompaktanlagen.
Wir haben uns für ein Setup aus vier Kompakt-Aggregaten entschieden (2 x 3.500 BTU für die Bugkojen und 2 x 9.000 BTU für jeweils den Salon und die Achterkojen). Dadurch konnten wir die Kompressorgröße jeweils eher klein halten, die Lärmbelästigung somit gering und die Steuerbarkeit der Anlage ist sehr individuell möglich. Die kleinsten Geräte in den vorderen Kojen nehmen sogar so wenig Leistung auf, dass sie theoretisch von den Batterien gespeist werden könnten. Alle Klimageräte können kühlen und auch heizen. Somit ersparen wir uns in der Übergangszeit Elektroheizkörper und müssen auch nicht die Dieselheizung anwerfen.

Geräuschentwicklung:
Untertags ist die Geräuschentwicklung nicht so ausschlaggebend, aber in der Nacht möchte man sicher nicht neben einem laut brummenden Aggregat schlafen müssen. Die Ventilatoren sind heute zwar schon sehr leise und laufruhig, geräuschfrei sind sie aber bei weitem nicht. Diesen Umstand muss man bedenken, wenn man eine Klimananlage einbauen möchte, denn alle Komponenten erzeugen Geräusche und davon sollte man nicht überrascht sein. Wichtig, vor allem beim Einbau in der Nähe von Schlafräumen, ist die Schall- und Vibrationsinsolierung. Alle Schraubverbindungen haben daher Gummidämpfer erhalten und alle Installationsräume wurden schallisoliert.

Stromversorgung:
Die Stromaufnahme unserer Aggregate beträg je nach Phase (Dauerbetrieb vs Start) 2 x 1,60 - 5,20 Ampere für die kleinen Geräte und 2 x 3,4 - 21,80 Ampere für die beiden großen Anlagen. Bei 230 Volt Spannung sind also 2 x 50 - 1200 Watt und 2 x 780 - 5000 Watt fällig. Unsere Anlage hängt an einem bis 32 Ampere abgesicherten Landstromkreis, der extra neu angelegt wurde. Bisher war die Elektrik für max 16 Ampere ausgelegt gewesen. An heißen Tagen und kleinen Marinas auf Inseln ist es uns immer wieder passiert, dass die Steganlage nicht ausreichend stark dimensioniert war, um den benötigten Strom in der Anlaufphase bereitzustellen. Da war es gut auf die kleinen Aggregate zurückgreifen zu können. Unter diesem Setup konnten wir in fast allen Marinas die Klimananlage betreiben.
Ein Betrieb ohne Generator und nur von den Batterien aus ist schwierig, aber theoretisch machbar. Die Bereitstellung von Energie über Solarflächen ist möglich, man braucht aber wirklich genügen Platz dafür. Außerdem muss man beachten, dass der Inverter den Spitzenstrom beim Einschalten bereitstellen können muss. Die Wynns unterhalten einen Blog/Vlog und beschreiben dort, wie sie in ihrem Wohnmobil und später ihrem Katamaran die Klimanalage mit Hilfe von Lithium Batterien betreiben. Bleibatterien gehören für mich daher zu einer auslaufenden Generation von Energiespeichern. Das etwas schrille Paar zeigt auch, wie sie den Spitzenstrom begrenzten und damit ihren Inverter schonen.

Borddurchlässe
Zwei Installationen sind notwendig: Kühlwasser muss zu allen Aggregaten und vor dort wieder zurück ins Meer gempumpt werden. Dafür braucht es zwei zusätzliche Durchlässe, die auch entsprechend mit Seeventilen ausgestattet sein müssen, sofern sie sich unter oder nahe der Wasserlinie befinden. Außedem entsteht Kondenswasser und mir wurde dringend davon abgeraten dieses einfach in die Bilge abzuleiten. Viel zu leicht kommt es dadurch zu Schimmelbildung. Also muss auch eine Absauganlage geschaffen werden, die das Kondenswasser verlässlich nach aussen befördert. Unser Montageteam hat dazu teils sehr kräftige Abwasserpumpen verwendet, um auch bei Lage den notwendigen Durchflussdruck zu erreichen. Auch ist zu beachten, dass bei hohen Meerwassertemperaturen im Sommer der Temperaturunterschied gering ausfällt und damit die Kühlleistung des Meerwassers sinkt. Die Umwälzpumpe und die Dimensionierung des Schlauchdurchmessers müssen also entsprechend gewählt werden.

Unser Projekt, Zahlen, Daten, Fakten

  • Drei Servicebetriebe: Bootselektriker, Bootstischler und Bootsmaler waren beteiligt, um alle notwendigen Umbauarbeiten zu bewerkstelligen
  • 2 volle Wochen Arbeitszeit für 2-3 Mann Teams waren notwendig
  • Planung ca. 2 Monate, Umsetzung vor Saisonbeginn 2018
  • Kosten: rund 15.000 Euro für 4 Kühlgeräte und sämtliche Umbauarbeiten
  • Zufriedenheitsfaktor: 100% durch Planung und Umsetzung eines ortsansässigen und zuverlässigen Profi-Teams

Ich sehe mich durchaus als engagierten Bastler und scheue mich auch nicht vor größeren Projekten, aber dieses Mal habe ich mich gerne auf Profis verlassen. Zu viele Komponenten ergeben hier zu hohe Komplexität und Spezialwissen ist notwendig. Für mich ist so etwas kein DIY Unternehmen.[:de]Since we bought Five Senses I installed quite some improvements: rig upgrade, new sails, the underwater ship has been refitted, I have changed the propeller, new electronics have been installed, we added radar on board, the teak deck had to be renewed, etc., etc. - So far, my crew either loughed at what has been done, or, I had to take criticism, because in their opinion too much money was spent for too little improvement. The installation of an air conditioning system on board has caused a completely new reaction: appreciative gratitude!

Let me tell you one other experience from an afternoon in Novigrad: Our dock neighbors had asked why water was constantly running out of our boat. We explained that this would be a circulation pump for air conditioning cooling. I invited the amazed crew below deck and there, unlike the 38 ° degrees outside temperature (at 90% humidity), it was a pleasant 28 ° degrees room temperature. "This is real luxury!" it escaped from our neighbors and he actually didn't want to leave our salon at all. And as I said, it was roaring hot outside.
And I think this statement sums up the essence: An air conditioning system suddenly increases the comfort on board tens of times. But of course it's not all gold that glitters and you have to accept a few compromises or considerations before trying to retrofit such a system.

Storage space and cooling capacity:
Depending on the planned power of your device (expressed in BTU), certain space is required for installation. But not only the are required for the compressor has to be taken into account, you also have to consider quite some other gear: a circulating pump for cooling water, adequately dimensioned hoses and tubes for the cooled air, the extraction of the condensed water and additionally required cables and electrics. One of the most important decisions at the beginning of a retrofit project is therefore which rooms should be air-conditioned and which unit strength you have to reckon with. As a rough guide, approx. 3,500 BTU cooling capacity should be calculated for a smaller bow cabin, such as a v-berth. A salon on a 45 foot yacht needs 9,000-16,000 BTU. The dimensioning also depends on the color of the hull and of course on the sailing area. For larger ships over 50 feet, separate units are more suitable than compact systems.

We opted for a setup consisting of four compact units (2 x 3,500 BTU for the front berths and 2 x 9,000 BTU for the saloon and the aft berths). As a result, we were able to keep the compressor size rather small, the noise production low and the temperature control is still possible individually. The smallest devices in the front cabins consume so little power that they could theoretically be powered from the batteries. All air conditioners can cool and also heat. This saves us electric radiators during the winter period and we do not have to switch on the diesel heater.

Noise:
The noise level is not of such importance during the day, but at night you don't want to have to sleep next to a loud humming aggregate. The fans are already very quiet today, but they are far from being noise-free. You have to consider this fact if you want to install an air conditioning system, because all components generate noise and you shouldn't be surprised at the end. Sound and vibration insulation is important, especially when installing near bedrooms. All screw connections have therefore received rubber dampers and all installation rooms received noice-reducing covers.

Power supply and consumpti0n:
Depending on the phase of cooling (continuous operation vs. start-up), the power consumption of our units is 2 x 1.60 - 5.20 amps for the small devices and 2 x 3.4 - 21.80 amps for the two larger air conditioners. At 230 volts, 2 x 50 - 1200 watts and 2 x 780 - 5000 watts are drawn from land-power. Our system is connected to a shore circuit that is protected up to 32 amperes and has been newly created. So far, the electrical system was designed for a maximum of 16 amps. On hot days and small marinas on islands, we repeatedly experienced power interruption because of the high power consumption of the air-con sytem during the start-up phase. In such situation we either used the smaller devices only, or, we switch on the larger compressors consecutively and with a few minutes time delay. With this setup, we were able to operate the air conditioning system in almost all marinas.
Operation without a generator and only from the batteries is difficult, but theoretically possible. The provision of energy via solar panels is possible, but you really need enough space for such an untertaking. It is also important to note that the inverter must be able to supply the peak current when air-cons are switched on. The Wynns maintain a blog / vlog and describe how they operate the air conditioning in their motorhome and later their catamaran with the help of lithium batteries. For me, lead batteries are part of an expiring generation of energy storage devices. These experiences travellers also shows how they limit the peak current and thus protect their inverter.

Through-hull in- and outlets
Two additional installations are necessary on the hull: cooling water has to be pumped to all units and from there back into the sea. This requires two additional through-hull drillings, which must also be equipped with sea valves if they are below or near the water line. In addition, condensation water is generated and I was strongly advised not to simply drain it into the bilge. Mold would be a nasty consequence. So an extraction system must be created that reliably pumps the condensed water to the outside. Our assembly team used very powerful wastewater pumps to achieve the necessary flow pressure even when in heaving position. It should also be noted that at high sea water temperatures during summer time, the temperature difference between sea water and cooling devices is small and the cooling capacity of the sea water drops. The circulation pump and the dimensioning of the hose diameter must therefore be selected accordingly.

Our project: facts & figures
- Three service providers were involved: boat electricians, boat carpenters and boat painters to cover all of the necessary conversion work
- 2 full weeks of working time for 2-3 man teams were necessary
- Planning approx. 2 months, implementation before the start of the 2018 season
- Cost: around 15,000 euros for 4 air-conditioners and all renovation work
- Satisfaction factor: 100% through planning and implementation of a local and reliable professional team

 

I see myself as a committed hobbyist and I'm not afraid of larger projects, but this time I liked to rely on professionals. Too many components result in too high complexity and specific knowledge and skills are necessary. Overall not at all ingrediants for a successfull DIY project.

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Start der Saison 2019

February 17, 2019

[…] geändert. Weiteres Ziel war auch durch den Einbau eines Tiefkühlers und natürlich unserer Klimaanlage ein mehr an Komfort zu geschaffen. Auf der Sicherheitsseite haben wir alle Teile der Gasanlage […]

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