Hauptenergiequelle bisher war der Landstromanschluß. Unterwegs hatte ich mich dann auf die Lichtmaschine des Schiffsdiesels verlassen. Was für ein Fehler! Ausgerüstet mit Bleibatterien (50% von 400Ah) speiste die Lichtmaschine dann aber nur für ein paar Stunden pro Tag Strom ein. Bleiakkus benötigen jedoch lange Ladezeiten, um wirklich ihre volle Kapazität zu erreichen. Auch stimmen die Herstellerangaben älterer Lichtmaschinen nicht wirklich was die Ausbeute betrifft. Eventuell niedrige Drehzahl, Temperatur und Verluste lassen nur einen Bruchteil wirklich als Ladung ankommen. Jason Wynn hat seinen Ladestrom gemessen und ein Video veröffentlicht. Bei ihm waren im Leerlauf 25A messbar, bei 2000 RPMs waren es maximal 28A. Ich fürchte unser Setup wird kaum bessere Werte liefern. Somit waren an Bord der Five Senses bisher weder Ladestrom noch Ladezeit ausreichend, um uns nachhaltig mit Energie zu versorgen. Saison 2019 wird dahingehend anders!

Lichtmaschine: neue Generationen von Lichtmaschinen erreichen selbst bei geringeren Drehzahlen höhere Ladeströme. Außerdem kann man ein zweites Gerät an den Schiffsdiesel montieren. Wenn man Stromspeicher besitzt, die rasch aufgeladen werden können, reichen mitunter 1-2 Motorstunden pro Tag, um seine Energiereserven aufzufüllen. Einen Generator mit Verbrennungsmotor möchte ich auf keinen Fall einbauen, weil das wieder Wartungskosten, etc. mit sich bringen würde und zusätzlich Gewicht und Lärm an Bord bedeutet. Der Nachhaltigkeitsgedanke und Umweltschutz kommen natürlich auch zum Tragen. Auch wenn eine zusätzliche Lichtmaschine etwas Motorleistung kostet für mich ein klares Go.

Hydrogenerator: In den letzten Jahren hat sich diese Technologie rasant entwickelt. Bei ausreichend Fahrt im Schiff dreht sich ein schraubengetriebener Generator mit und liefert somit Energie. Der zusätzliche Wasserwiderstand ist vernachläßigbar. Für unseren Hauptfahrtbereich, die obere Adria, halte ich solch eine Lösung nicht für ideal, da wir im Sommer meist unter Leichtwindbedingungen segeln. Gemeinsam mit den Anschafftungskosten daher für mich keine perfekte Lösung, wenn sie mir auch insgesamt sinnvoll scheint. Eine ganz andere Idee hatte die Crew von „Sailing 7 Seas“. Der Schiffsdiesel wurde dort gegen eine E-Motor eingetauscht, der nun während der Segelfahrt auch Strom rekuperiert. Coole Idee!

Windgenerator: Wiederum haben neue Entwicklungen gute Verbesserungen gebracht. Lästiges Schwirren und Vibrationen gehören der Vergangenheit an. Der Vorteil eines Windgenerators ist zweifellos, dass er auch nachts funktioniert, sofern halt ausreichend Wind vorhanden ist. Die Ladeströme bei 3-5 Windstärken sind beachtlich und für längere Überfahrten ist solch eine Lösung sicher denkbar. Das Kosten/Ertragsverhältnis für Windgeneratoren ist günstig! Vielleicht mal später für die Atlantiküberquerung 😉

Solarstrom: Solarzellen haben in den letzten Jahren mehrere Technologiesprünge erlebt. Mittlerweile gibt es neben den fixen/starren Installationen auch flexible Panele. Sie zeigen zwar kürzere Lebensdauer, aber auch hier gibt es Fortschritte. Ein italienischer Hersteller kommt ohne die anfälligen Lötstellen aus und verdrahtet redundant, womit auch die flexiblen Solarfelder deutlich länger funktionsfähig bleiben. Außerdem hat ein solches Panel nur max 2,5 Kilogramm. Ein zweites Problem waren Verschattungen. Wurden selbst kleine Felder verdunkelt, fiel die Ladeleistung rapide ab. Auf einem Segelboot mit großen „schattengebenen Flächen“ ein Horror. Neue, intelligente Laderegler können diese Herausforderung nun auch schon deutlich besser meistern. Fläche ist bei uns genügend vorhanden, somit also wieder: „grünes Licht!“

Brennstoffzelle: Seit einigen Jahren kann man mit Hilfe von Brennstoffzellen und Alkohol Energie herstellen. Über programmierbare Relais läßt sich die Ladeleistung fast vollständig automatisieren. Solange man also genug (für dieses Gerät verwertbaren!) Alkohol an Bord hat, geht einem der Strom nicht aus. Diese noch recht junge Technologie ist im Vergleich mit anderen Energiequellen an Bord relativ teuer und ständig die Kanister herumzuschleppen stelle ich mir auch nicht lustig vor. Hier warte ich also noch ein paar Jahre auf weitere Entwicklungen.

Neben neuen Energiespeichern werde ich für heuer Solarfelder und eine zusätzliche Lichtmaschine einplanen. Das Anschlussschema habe ich in einer Facebook-Gruppe (Solar on a boat!) diskutiert und viel interessantes Feedback erhalten. Nun geht es also an die Feinplanung!

 

setup

 

Werbeanzeigen