Es sind rund 45 Seemeilen zu segeln, um von Aprilia Marittima nach Venedig zu gelangen – bei gutem Wind also eine ideale Tagesstrecke. Die Fahrt führt vorbei an Caorle, Bibione und an mehreren Fisch- und Muschelfarmen, die durch zahlreiche Tonnen und Bojen gekennzeichnet sind. Bis auf ein paar Freizeitsportler wie uns und vielleicht ein paar Fischer trifft man um diese Jahreszeit wenig andere Schiffe. Vor allem die Großschiffahrt läuft hier keine Ziele an und ist somit so nah am Festland kaum anzutreffen. Direkt vor Venedig ist das alles anders, von Kreuzfahrtschiffen abgesehen gibt es hier duraus auch Tanker oder Frachter zu beobachten.

Für den heurigen Oster-Törn planten wir, die neu eingebauten Instrumente inklusive Autopilot gemeinsam mit einem REBO Techniker zu prüfen und zu kalibrieren. Erst dann brachen wir bei Sonnenschein, aber leider auch null Wind Richtung Süden auf. Somit motorten wir die gesamte Strecke, was zumindest eine gleichbleibende Geschwindigkeit von 6,5 Knoten bescherte. Wir nutzten die Zeit, um unsere neuen Cockpit Pölster zu testen, zu kochen, Fotos zu schießen und ich übte den Umgang mit dem Radar.

Kurz vor unserer Ankunft in Venedig rief ich in der Marina Sant’Elena an, um mich nach einem Liegeplatz zu erkundigen. Zum Glück war ein Plätzchen frei und wir wurden gebeten, uns kurz vor Ankunft über den VHF Kanal 77 zu melden. Vorbei ging es also am mächtigen Mose Projekt und am Forte Sant’Andrea, einer Festung aus dem 16. Jahrhundert.

Nachdem es schon recht spät am Nachmittag war, verlegten wir die Runde über den Canale Guidecca und vorbei am Markusplatz auf den Tag der Abreise und machten in der Marina fest. Angelgt wird hier, wie in der Adria üblich, römisch-katholisch (mit dem Heck zum Steg). Die Marina ist mit Schwimmstegen und großen Dalben ausgestattet. Alles keine Hexerei. Die eigentlichen Duschkabinen und WCs sind noch immer nicht fertig. Es gibt ein Provisorium in Containern und das ist eher schlecht als recht in Schuss.

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Klostergarten Sant’Elena

Am nächsten Morgen ging es mit dem Vaporetto auf die Insel Burano, eine der Nachbarinselchen von Venedig. Bekannt und berühmt ist dieser Ort für seine farbenprächtigen Häuser. Wir stiegen schon eine Station vor dem Fährterminal aus und entdeckten ein kleines Hotel-Restaurant mit traumhaftem Garten, direkt neben der Anlegestelle. Hier duften Kräuter und es gedeiht Wein in unglaublicher Stille und Beschaulichkeit.

Kaum am Fährterminal vorbei taucht man dann in eine lebhafte Fussgängerzone ein. Die Farbenpracht ist wirklich unbeschreiblich und trotzdem wir hier nun alles andere als alleine durch die Gassen und Straßen bummelten, war dies ein ebenso abwechslungsreiches, wie auch nettes Erlebnis.

Die nächste Station unserer Inselhopping Tour war Torcello. Wer hier nach prächtigen Palazzi, Villen oder nach der Farbenpracht von Burano sucht ist völlig am falschen Dampfer. Historiker gehen zwar davon aus, dass die Besiedelung Venedigs hier rund um 452 begonnen hat, heute ist aber nichts vom Glanz alter Tage übrig. Vermutlich hat man im Rahmen der „Übersiedlung“ nach Venedig wirklich alles wiederverwertes, was nur irgendwie möglich war. Nachdem Steine und selbst Bauholz in der Laguno rar und damit kostbar waren, wurde alles kurzerhand mitgenommen und für den Aufbau Venedigs verwendet – so die geschichtliche Theorie. Beweise gibt es dafür allerdings keine. Heute gibt es noch einen Turm und eine Kathedrale zu besichtigen.

Zwei der wenigen verbliebenen Häuser beherrbergen ausgezeichnete Restaurants und mit einem weiteren heurigen-artigen Lokal und einem Abendlokal sind alle Bauwerke der Insel fast vollständig aufgezählt. Wir genossen hier die Natur, Ruhe und die ausgezeichnete Kulinarik.

Zum Abschluss unserer unseres Tagesausfluges stand noch Murano auf dem Programm. Wenn man den Glasbläsern an der großen Öfen zusehen möchte, ist man mit dem hier geschilderten Ablauf zu spät dran. Dann sollte man Murano am Vormittag besuchen. Wir hingegen genossen einen Nachmittags-Kaffee in einem der zahlreichen Eissalons und schlenderten durch Muranos Gassen und gustierten vor den Schaufenstern der Glaskünstler.

Zurück in der Marina hatte ein kleiner Kiosk seine Tätigkeit aufgenommen. Es gab neben Aperol die üblichen italienischen Getränke und warme Snacks. Perfekt, um den Tag ausklingen zu lassen!

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Ohne das Zentrum Venedigs zu besuchen, wollten wir dann doch nicht abreisen. Trotz des zu erwartenden Massenansturms von Besuchern wagten wir also den Fußmarsch Richtung Markusplatz. Während ebendort bis zur Rialtobrücke tatsächlich reges Treiben herrschte und man kaum Platz zum Atmen hatte, wurde es nach dem Bahnhof ruhiger. Zur Erholung buchten wir eine Gondelfahrt durch das Künstlerviertel „Accademia“ und genossen die Ruhe und das ruhige Plätschern des langen Riemens.

Nachdem wir nur wenige gute Restaurants in Venedig kennen, die auch zu vernünftigen Preisen Qualität anbieten, sind wir der „Osteria Al Ponte“ treu geblieben. Hier gibt es lokale Spezialitäten bei freundlicher und flotter Bedienung und das zwar nicht billig, aber eben auch nicht unverschämt teuer.

Unsere Venedigrunde fand dann wieder in der Marina ihren Abschluss. In der Abenddämmerung war die beste Zeit, um die Foto-Kugel auszuprobieren und das Wetter für den nächsten Tag zu checken. Die Einfahrt in die Laguna von Lignano erreichten wir in der Abenddämmerung und die Kinder nützten das großartige Farbenspiel, um an Deck zu fotografieren.

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