Bei einem Boot verhält es sich letztendlich wie mit einer Wohnung, oder einem Haus: hat man einen Teil saniert, renoviert oder ersetzt, muss meistens noch ein Teil folgen, damit das Gesamtkonzept wieder stimmt. Und nachdem die neuen Cockpitpolster gemeinsam mit den erneuerten Instrumenten wirklich ein tolles Bild abgeben, konnte ich die den Tausch der alten Lederbezüge der Steuerräder nicht mehr länger anstehen lassen. Zudem hatten sie schon einige Risse und lösten sich sukzessive ab.

Auf der Boot in Tulln hatte ich in Erfahrung gebracht, dass Lewmar Ersatzbezüge für deren Rad-Serien anbot, der nächste Händler war in Deutschland auszumachen und die Lieferung erfolgte rasch und unkompliziert.

Zur Neumontage mussten natürlich die alten Reste von den Rädern entfernt werden und danach erfolgte die gründliche Reinigung um dann auch die nächsten Schritte sauber ausführen zu können.

Vor dem eigentlichen Start mußte ich aber feststellen, obwohl die neuen Überzüge vom Hersteller bereitgestellt wurden, waren sie zu lange. Vor allem dehnte sich das Material deutlich und so ergaben sich 4 cm Überstand. Zum Glück war unsere Segelmacherin, Judith Homey, super hilfsbereit und kürzte mir die Lederstreifen mit der Nähmaschine ein. DANKE!! Ich verklebte die Innenseiten zusätzlich und presste sie, um etwas Höhe aus der Naht zu nehmen. Mit mäßigem Erfolg, wie sich später herausstellte.

Egal, ich verwendete die dickere Naht als Markierung für die Mittschiff-Stellung der Ruderanlage. Somit erkenne ich die Ruderstellung jetzt auch haptisch 😉

Zur Montage brachte ich zwei-seitige Klebebänder an den Rädern an, positionierte die Lederüberzüge und begann dann den eigentlichen Teil der Arbeit: Verbindung der vorgenähten Stellen mit eigens mitgeliefertem Garn.

Was dann folgte war pure Knochenarbeit: bei gefühlten 100 Grad Hitze und erbarmunsloser Sonne, nähte ich jeden Lederstreifen zusammen. Pro Rad waren ziemlich genau drei Stunden nötig, um zuerst von der einen Seite her, dann von der zweiten alles genau einzufädeln.Im Bild unten sieht alles noch etwas „schief“ aus, weil nur eine Reihe genäht ist. Der zweite Durchgang ergibt erst das Endergebnis und wir versetzt eingearbeitet.

Zwischendurch half Moritz mit, weil er Mitleid hatte und auch Sabine unterstütze mich tatkräftig beim Nähen und durch die Anbringung von Sonnenschutz.

Ich hoffe die neuen Überzüge halten wieder 10 Jahre, denn so schnell brauche ich solch eine Aktion nicht mehr….;-)

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