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Das erste Mal segeln?

Das erste Mal segeln?

Die wichtigsten Fragen, Tipps und Tricks!

Das erste Mal auf einer Segelyacht am Meer und ein paar Tage auf dem Boot zu verbringen ist vor allem eines: ungewohnt! - Und vielleicht auch etwas angsteinflößend. Die meisten Rookies haben auf jeden Fall Respekt und viele Fragen. Hier habe ich also ein paar Dinge zusammengetragen, die Eure ersten Schritte vom sicheren Festland, über die schmale Gangway, an Board eines Seglers erleichtern sollen.

Werden mir Segeln und Bordleben Spaß machen?

Um das ein bisschen abschätzen zu können, habe ich ein paar Fragen an Dich:

  • Hast Du schon einmal in einem Zelt geschlafen?
  • Fühlst Du Dich wohl auf einem Camping-Platz?
  • Magst Du es, wenn der Wind weht?

Drei Mal "Nein"? - Dann sprich' nochmals mit deinem Skipper!

Noch zwei Gedankenanstöße:

  • Wie gehst Du mit wechselnden Wetterbedingungen um?
  • Wie sehr ist es für Dich eine Herausforderung Dinge anzunehmen, die Du jetzt nicht ändern kannst?

Was hinter diesen beiden letzten Fragen steckt ist einfach erklärt: Wie sehr beeinflusst Dich Wetter in deinem Wohlbefinden und Deiner Unternehmungslust? Du weißt am besten welcher Typ Du eher bist: Bleibst Du bei wechselndem Wetter lieber zu Hause, oder, ziehst Du Dein Unternehmen durch und sorgst durch gute Kleidung/Ausrüstung vor? Genauso mit externen Bedingungen, die Du nicht ändern kannst: findest Du einen Weg das Problem im Kopf/oder bei Dir selbst zu lösen?

Segeln zu gehen bedeutet, sich auf kleinstem Raum einzurichten und mit nur sehr wenig Privatspähre auszukommen, Marinas und Ankerplätze bieten in der Regel sehr einfache und hauptsächlich funktionelle Infrastruktur, wenn überhaupt. Das Boot ist dann das zu Hause. Der Hauptantrieb eines Segelbootes ist Wind, wer Luftbewegungen nicht mag, wird auf einem Segelboot nicht glücklich sein. Und zuletzt die Sache im Kopf: man kann natürlich planen, man kann sich vorbereiten, man kann üben, aber beim Segeln ist es wie im sonst auch im Leben: die Realität passiert während du andere Pläne schmiedest.

Ein paar Wahrheiten:

"Wo viel Licht ist, das ist auch Schatten", könnte man sagen. Ich weiß nicht, ob das perfekt auf das Segeln zutrifft, aber natürlich muss man für all das Abenteuer, die Schönheit, die Faszination, das tolle Erleben und das neugierige Erkunden auch bereit sein Dinge in Kauf zu nehmen:

  • Resourcen sind knapp, vor allem Wasser und Elektrizität müssen bewußt und sparsam verwendet werden
  • Ist es sonnig und warm, so ist es im Boot heiß; ist es draußen naß und kalt, so spiegel sich das im Innenraum ebenso wieder
  • Ein Boot schwimmt im Wasser und somit in einem bewegten Medium, somit gehören die Bootsbewegungen auch immer dazu
  • Stauraum ist knapp bemessen, alles muss seinen Platz haben, sonst geht ein Boot regelrecht im Chaos unter
  • Sicherheit ist oberstes Gebot, dafür muss man bereit sein auf gewisse Dinge zu verzichten
  • Und, sorry Leute, der Skipper ist der Chef - ein Boot ist keine Demokratie

Dafür gibt es aber auch unglaublich viel Bereicherndes zu erfahren. Man muss aber auch hinschauen und der Natur Zeit geben. Segeln ist nicht vergleichbar mit einem Kinobesuch, wo alles vorprogrammiert und optimiert vorbei zieht, die Natur ist kein Tiergarten und ein 49 Fuß Boot ist keine Megayacht in Monte Carlo mit Personal und Wasserspielzeug an Bord. Nun aber die gute Nachricht: Alles halb so schlimm, aber Erwartungsmanagement und klare Kommunikation finde ich einen wichtigen Baustein zu einem erfolgreichen ersten Schritt an Bord.

Hier unten sind ein paar Eindrücke verlinkt: Video Bootstour, Ablegemanöver und ein 14-Tage Segeltörn

Bootstour

Ablegen

Törn

Die häufigsten zwei ersten Fragen:

1. Kann das Boot umfallen?

In aller Kürze: in der Regel nicht. Jedes Kielboot ist mit einem Ballast an der Bootsunterseite ausgerüstet. Konstrukteure investieren viel Zeit und Energie in die Berechnung der bei Wind und Welle auftretenden Kräfte und das aufrichtende Moment ist ein Teil dieses Designs. Insgesamt befinden sich im Gußeisen-Kiel der Five Senses 3,6 Tonnen Gewicht. Die Neigung (=Krängung) des Bootes bei Wind ist fix einkalkuliert, verbessert die Segeleingenschaften und ist nicht gefährlich. Alles ist darauf ausgelegt mit der Krängung umzugehen. Zum Beispiel sind die Stufen des Niederganges genau deswegen gebogen und auch der Steuermann/die Steuerfrau steht nicht auf geradem Boden im Cockpit. Überall gibt es Haltegriffe und diese zu benutzen ist sehr anzuraten. Unter Extremsituationen kann natürlich alle Planung "kippen", dafür braucht es aber orkanstarken Wind und Wellen wie sie im Mittelmeer nicht vorkommen. Also: umfallen/kentern geht nicht!

2. Werde ich seekrank?

Vermutlich ja, vielleicht aber auch nicht. Es kommt natürlich viel auf die herrschenden Bedingungen an: Windrichtung, Windstärke, Welle, etc.

Aber auch hier spielt sich viel im Kopf ab und es gibt ein paar Ratschläge, um sich vor Seekrankheit zu schützen:

  • Vor Beginn der Reise gut frühstücken und immer darauf achten, dass kein Hunger aufkommt
  • Lebensmittel meiden, die den Magen belasten (Kaffee, Alkohol, Organgensaft,...)
  • Oben an Deck bleiben, Gänge unter Deck vermeiden
  • Den Blick auf den Horizont richten, lesen/Handy zocken ist nur fortgeschrittenen Personen zu empfehlen
  • Ruder gehen, andere Beschäftigung suchen
  • Vitamin C Kaugummi
  • Travelgum
  • Vertirosan Dragees
  • Positiv bleiben! Wenn's einen erwischt, dann ist es halt passiert. Seekrankheit ist an sich ungefährlich 😉

Überlegungen zum Packen:

  • Platz ist rar. Grundsätzlich gilt: 1 Sporttasche pro Person
  • Bitte keine Koffer, faltbare Taschen sind ideal
  • Hygieneartikel, Medikamente etc. so wie bei einem Camping-Urlaub planen (inkl. Sonnenschutz, Gelsenschutz, Antihistamin-Salben, etc.)
  • An Bord gibt es Polster, Decken, Segelhandschuhe und persönliche Sicherheitsausrüstung im Form von Stirnlampen, Schwimmwesten und Sicherheitsgurte für alle Personen
  • Schuhe an Bord zu tragen ist optimal, solange die Sohle das Deck nicht ruiniert und man guten Halt darin hat
  • Wir sind den Elementen fast schutzlos ausgeliefert, daher auf Sonnenschutz (Kopfbedeckung), Regenschutz und Kälteschutz achten
  • Zeit nehmen um Zeit zu haben für Spiele, Wassersport, Lesestoff, Musik, Landgänge; etwaiges Equipment mit einplanen
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Venedig und seine Nachbarinseln

Overview

Port calls: Aprilia Maritiima- Venedig - Aprilia Marittima

Segeltage: 3

Schwierigkeitsgrad der Route: Geeignet für Anfänger

Zeitplan: entspannt

Langfahrt Charakter: Tagesausflug

Route

Logbook

Es sind rund 45 Seemeilen zu segeln, um von Aprilia Marittima nach Venedig zu gelangen - bei gutem Wind also eine ideale Tagesstrecke. Die Fahrt führt vorbei an Caorle, Bibione und an mehreren Fisch- und Muschelfarmen, die durch zahlreiche Tonnen und Bojen gekennzeichnet sind. Bis auf ein paar Freizeitsportler wie uns und vielleicht ein paar Fischer trifft man um diese Jahreszeit wenig andere Schiffe. Vor allem die Großschiffahrt läuft hier keine Ziele an und ist somit so nah am Festland kaum anzutreffen. Direkt vor Venedig ist das alles anders, von Kreuzfahrtschiffen abgesehen gibt es hier duraus auch Tanker oder Frachter zu beobachten.
Für den heurigen Oster-Törn planten wir, die neu eingebauten Instrumente inklusive Autopilot gemeinsam mit einem REBO Techniker zu prüfen und zu kalibrieren. Erst dann brachen wir bei Sonnenschein, aber leider auch null Wind Richtung Süden auf. Somit motorten wir die gesamte Strecke, was zumindest eine gleichbleibende Geschwindigkeit von 6,5 Knoten bescherte. Wir nutzten die Zeit, um unsere neuen Cockpit Pölster zu testen, zu kochen, Fotos zu schießen und ich übte den Umgang mit dem Radar.

Kurz vor unserer Ankunft in Venedig rief ich in der Marina Sant'Elena an, um mich nach einem Liegeplatz zu erkundigen. Zum Glück war ein Plätzchen frei und wir wurden gebeten, uns kurz vor Ankunft über den VHF Kanal 77 zu melden. Vorbei ging es also am mächtigen Mose Projekt und am Forte Sant'Andrea, einer Festung aus dem 16. Jahrhundert.


Nachdem es schon recht spät am Nachmittag war, verlegten wir die Runde über den Canale Guidecca und vorbei am Markusplatz auf den Tag der Abreise und machten in der Marina fest. Angelgt wird hier, wie in der Adria üblich, römisch-katholisch (mit dem Heck zum Steg). Die Marina ist mit Schwimmstegen und großen Dalben ausgestattet. Alles keine Hexerei. Die eigentlichen Duschkabinen und WCs sind noch immer nicht fertig. Es gibt ein Provisorium in Containern und das ist eher schlecht als recht in Schuss.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Vaporetto auf die Insel Burano, eine der Nachbarinselchen von Venedig. Bekannt und berühmt ist dieser Ort für seine farbenprächtigen Häuser. Wir stiegen schon eine Station vor dem Fährterminal aus und entdeckten ein kleines Hotel-Restaurant mit traumhaftem Garten, direkt neben der Anlegestelle. Hier duften Kräuter und es gedeiht Wein in unglaublicher Stille und Beschaulichkeit.

Kaum am Fährterminal vorbei taucht man dann in eine lebhafte Fussgängerzone ein. Die Farbenpracht ist wirklich unbeschreiblich und trotzdem wir hier nun alles andere als alleine durch die Gassen und Straßen bummelten, war dies ein ebenso abwechslungsreiches, wie auch nettes Erlebnis.

Die nächste Station unserer Inselhopping Tour war Torcello. Wer hier nach prächtigen Palazzi, Villen oder nach der Farbenpracht von Burano sucht ist völlig am falschen Dampfer. Historiker gehen zwar davon aus, dass die Besiedelung Venedigs hier rund um 452 begonnen hat, heute ist aber nichts vom Glanz alter Tage übrig. Vermutlich hat man im Rahmen der "Übersiedlung" nach Venedig wirklich alles wiederverwertes, was nur irgendwie möglich war. Nachdem Steine und selbst Bauholz in der Laguno rar und damit kostbar waren, wurde alles kurzerhand mitgenommen und für den Aufbau Venedigs verwendet - so die geschichtliche Theorie. Beweise gibt es dafür allerdings keine. Heute gibt es noch einen Turm und eine Kathedrale zu besichtigen.

Zwei der wenigen verbliebenen Häuser beherrbergen ausgezeichnete Restaurants und mit einem weiteren heurigen-artigen Lokal und einem Abendlokal sind alle Bauwerke der Insel fast vollständig aufgezählt. Wir genossen hier die Natur, Ruhe und die ausgezeichnete Kulinarik.

Zum Abschluss unserer unseres Tagesausfluges stand noch Murano auf dem Programm. Wenn man den Glasbläsern an der großen Öfen zusehen möchte, ist man mit dem hier geschilderten Ablauf zu spät dran. Dann sollte man Murano am Vormittag besuchen. Wir hingegen genossen einen Nachmittags-Kaffee in einem der zahlreichen Eissalons und schlenderten durch Muranos Gassen und gustierten vor den Schaufenstern der Glaskünstler.

Zurück in der Marina hatte ein kleiner Kiosk seine Tätigkeit aufgenommen. Es gab neben Aperol die üblichen italienischen Getränke und warme Snacks. Perfekt, um den Tag ausklingen zu lassen!

Ohne das Zentrum Venedigs zu besuchen, wollten wir dann doch nicht abreisen. Trotz des zu erwartenden Massenansturms von Besuchern wagten wir also den Fußmarsch Richtung Markusplatz. Während ebendort bis zur Rialtobrücke tatsächlich reges Treiben herrschte und man kaum Platz zum Atmen hatte, wurde es nach dem Bahnhof ruhiger. Zur Erholung buchten wir eine Gondelfahrt durch das Künstlerviertel "Accademia" und genossen die Ruhe und das ruhige Plätschern des langen Riemens.


Nachdem wir nur wenige gute Restaurants in Venedig kennen, die auch zu vernünftigen Preisen Qualität anbieten, sind wir der "Osteria Al Ponte" treu geblieben. Hier gibt es lokale Spezialitäten bei freundlicher und flotter Bedienung und das zwar nicht billig, aber eben auch nicht unverschämt teuer.

Unsere Venedigrunde fand dann wieder in der Marina ihren Abschluss. In der Abenddämmerung war die beste Zeit, um die Foto-Kugel auszuprobieren und das Wetter für den nächsten Tag zu checken. Die Einfahrt in die Laguna von Lignano erreichten wir in der Abenddämmerung und die Kinder nützten das großartige Farbenspiel, um an Deck zu fotografieren.

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Das Wassersytem mit Zitronensäure vom Kalk befreien

Five Senses wurde 2004 gebaut und ist nun seit 2016 in unserem Besitz. Seither habe ich eine kräftigere Wasserpumpe mit höherer Durchflussrate eingebaut, einen Wasseranschluss vorne am Deck ergänzt und natürlich bemühe ich mich darum die Tanks und das gesamte Wassersystem sauber zu halten. Teil dieser Anstrengungen ist die regelmäßige Entkalkung und Entkeimung. Es gibt zahlreiche industrielle Produkte, die für diese Zwecke vorgesehen sind. Für 3 Tanks á 240 Liter waren schon einige Euros notwendig, um die angeführten Arbeiten auszuführen. Ehrlich gesagt, war der Erfolg bisher allerdings bescheiden. Immerwieder fand ich Kalk im Sieb des Vorfilters und es war ein ständiger Kampf gegen Keime, die immer wieder mit verunreinigtem Wasser in die Tanks gelangen. Ich dachte mir, dass vor allem starke Kalkbeläge sicher auch eine gute Grundlage für Bakterienwachstum lieferten, weil ich davon ausgehe, dass die raue Oberfläche guten Boden liefert. Für 2019 war also Action angesagt:

Ich bin dem Ratschlag gefolgt, zur Entkalkung Zitronensäure zu verwenden. Preisunterschied: industrieller Entkalker für Tanks 15 Euro pro 100 Liter Tankvolumen (0,5 kg Granulat); Zitronensäue 1 Kg ca. 6 Euro. Essig soll man ja nicht zum Einsatz bringen, weil dieser zu sehr die diversen Gummidichtungen angreift. Daher habe ich mir heuer 2 kg Zitronensäure in Lebensmittelqualität pro Tank besorgt. Geldersparnis ca. 50% zum Industrieprodukt.

Das Einfüllen ist recht problemlos. Allerdings muss man die kristallisierte Säure unter ständigem Wasserfluss in die Tanks einschwemmen, da sonst dicke Klumpen die Zuleitung rasch verlegen können.

Nach dem Anfüllen aller Wasserbehälter ließ ich die "Brühe" 24 Stunden einwirken, bevor ich wieder begann den Tankinhalt zu entsorgen.

Ich staunte nicht schlecht, was da zum Tageslicht kam. Speziell nach einer Ausfahrt mit etwas Wellengang war alles nicht nur angelöst, sondern auch kräftig durchgeschüttelt. Aus allen Leitungen kam milchig trübes Wasser. Pro Tank musste ich das Vorsieb mindestens 4-5 Mal reinigen und auch den feineren Filter direkt auf der Pumpe musste mehrfach gespült werden.

 


Somit stellte ich zum Abschluss sicher, dass alle Behälter, Siebe und Leitungen auch gründlich mit Klarwasser gespült wurden.

Ein derartiges Ergebnis hatte ich bisher noch nie erzielt. Ich hatte keine Ahnung, welches Kalkbergwerk wir hier auf dem Meer herumkutschierten. Ob diese Ablagerungen vorwiegend aus den Tanks stammen, oder, ob vor allem der Warmwasserboiler hier seinen Inhalt preis gegeben hat, kann ich natürlich nicht sagen. Aber im Herbst wiederhole ich die Prozedur sicher vor dem Einwintern.

Könnt Ihr hier Eure Erfahrungen teilen? Mich würden Reaktionen und Erfahrungen sehr interessieren. Danke!

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Das Ende der PDLC Geschichte

So sieht der Smart-Film nach ein paar Wintermonaten aus. Ich hatte ihn ja letzen Dezember aufgebracht. Die Folie ist steif geworden, vor allem aber scheint die Adhäsion nicht mehr zu funktionieren. Ob es die Temperaturschwankungen waren, oder das UV-Licht, oder beides kann ich nicht sagen. Der Hersteller meinte, es hätte sich vielleicht Wasser zwischen Film und Plexiglas gehalten. Meiner Einschätzung nach ist der Film nicht mehr zu sanieren. Ich habe daher beschlossen, dieses Projekt abzuschließen. Den Smart-Film habe ich im dafür vorgesehenen Behälter deponiert. Schade, aber der Versuch war es wert!

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Vergleich verschiedener Energiequellen

Hauptenergiequelle bisher war der Landstromanschluß. Unterwegs hatte ich mich dann auf die Lichtmaschine des Schiffsdiesels verlassen. Was für ein Fehler! Ausgerüstet mit Bleibatterien (50% von 400Ah) speiste die Lichtmaschine dann aber nur für ein paar Stunden pro Tag Strom ein. Bleiakkus benötigen jedoch lange Ladezeiten, um wirklich ihre volle Kapazität zu erreichen. Auch stimmen die Herstellerangaben älterer Lichtmaschinen nicht wirklich was die Ausbeute betrifft. Eventuell niedrige Drehzahl, Temperatur und Verluste lassen nur einen Bruchteil wirklich als Ladung ankommen. Jason Wynn hat seinen Ladestrom gemessen und ein Video veröffentlicht. Bei ihm waren im Leerlauf 25A messbar, bei 2000 RPMs waren es maximal 28A. Ich fürchte unser Setup wird kaum bessere Werte liefern. Somit waren an Bord der Five Senses bisher weder Ladestrom noch Ladezeit ausreichend, um uns nachhaltig mit Energie zu versorgen. Saison 2019 wird dahingehend anders!

Lichtmaschine: neue Generationen von Lichtmaschinen erreichen selbst bei geringeren Drehzahlen höhere Ladeströme. Außerdem kann man ein zweites Gerät an den Schiffsdiesel montieren. Wenn man Stromspeicher besitzt, die rasch aufgeladen werden können, reichen mitunter 1-2 Motorstunden pro Tag, um seine Energiereserven aufzufüllen. Einen Generator mit Verbrennungsmotor möchte ich auf keinen Fall einbauen, weil das wieder Wartungskosten, etc. mit sich bringen würde und zusätzlich Gewicht und Lärm an Bord bedeutet. Der Nachhaltigkeitsgedanke und Umweltschutz kommen natürlich auch zum Tragen. Auch wenn eine zusätzliche Lichtmaschine etwas Motorleistung kostet für mich ein klares Go.

Hydrogenerator: In den letzten Jahren hat sich diese Technologie rasant entwickelt. Bei ausreichend Fahrt im Schiff dreht sich ein schraubengetriebener Generator mit und liefert somit Energie. Der zusätzliche Wasserwiderstand ist vernachläßigbar. Für unseren Hauptfahrtbereich, die obere Adria, halte ich solch eine Lösung nicht für ideal, da wir im Sommer meist unter Leichtwindbedingungen segeln. Gemeinsam mit den Anschafftungskosten daher für mich keine perfekte Lösung, wenn sie mir auch insgesamt sinnvoll scheint. Eine ganz andere Idee hatte die Crew von "Sailing 7 Seas". Der Schiffsdiesel wurde dort gegen eine E-Motor eingetauscht, der nun während der Segelfahrt auch Strom rekuperiert. Coole Idee!

Windgenerator: Wiederum haben neue Entwicklungen gute Verbesserungen gebracht. Lästiges Schwirren und Vibrationen gehören der Vergangenheit an. Der Vorteil eines Windgenerators ist zweifellos, dass er auch nachts funktioniert, sofern halt ausreichend Wind vorhanden ist. Die Ladeströme bei 3-5 Windstärken sind beachtlich und für längere Überfahrten ist solch eine Lösung sicher denkbar. Das Kosten/Ertragsverhältnis für Windgeneratoren ist günstig! Vielleicht mal später für die Atlantiküberquerung 😉

Solarstrom: Solarzellen haben in den letzten Jahren mehrere Technologiesprünge erlebt. Mittlerweile gibt es neben den fixen/starren Installationen auch flexible Panele. Sie zeigen zwar kürzere Lebensdauer, aber auch hier gibt es Fortschritte. Ein italienischer Hersteller kommt ohne die anfälligen Lötstellen aus und verdrahtet redundant, womit auch die flexiblen Solarfelder deutlich länger funktionsfähig bleiben. Außerdem hat ein solches Panel nur max 2,5 Kilogramm. Ein zweites Problem waren Verschattungen. Wurden selbst kleine Felder verdunkelt, fiel die Ladeleistung rapide ab. Auf einem Segelboot mit großen "schattengebenen Flächen" ein Horror. Neue, intelligente Laderegler können diese Herausforderung nun auch schon deutlich besser meistern. Fläche ist bei uns genügend vorhanden, somit also wieder: "grünes Licht!"

Brennstoffzelle: Seit einigen Jahren kann man mit Hilfe von Brennstoffzellen und Alkohol Energie herstellen. Über programmierbare Relais läßt sich die Ladeleistung fast vollständig automatisieren. Solange man also genug (für dieses Gerät verwertbaren!) Alkohol an Bord hat, geht einem der Strom nicht aus. Diese noch recht junge Technologie ist im Vergleich mit anderen Energiequellen an Bord relativ teuer und ständig die Kanister herumzuschleppen stelle ich mir auch nicht lustig vor. Hier warte ich also noch ein paar Jahre auf weitere Entwicklungen.
Neben neuen Energiespeichern werde ich für heuer Solarfelder und eine zusätzliche Lichtmaschine einplanen. Das Anschlussschema habe ich in einer Facebook-Gruppe (Solar on a boat!) diskutiert und viel interessantes Feedback erhalten. Nun geht es also an die Feinplanung!

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