Kategorie: Bootsprojekte

Das Wassersytem mit Zitronensäure vom Kalk befreien

Five Senses wurde 2004 gebaut und ist nun seit 2016 in unserem Besitz. Seither habe ich eine kräftigere Wasserpumpe mit höherer Durchflussrate eingebaut, einen Wasseranschluss vorne am Deck ergänzt und natürlich bemühe ich mich darum die Tanks und das gesamte Wassersystem sauber zu halten. Teil dieser Anstrengungen ist die regelmäßige Entkalkung und Entkeimung. Es gibt zahlreiche industrielle Produkte, die für diese Zwecke vorgesehen sind. Für 3 Tanks á 240 Liter waren schon einige Euros notwendig, um die angeführten Arbeiten auszuführen. Ehrlich gesagt, war der Erfolg bisher allerdings bescheiden. Immerwieder fand ich Kalk im Sieb des Vorfilters und es war ein ständiger Kampf gegen Keime, die immer wieder mit verunreinigtem Wasser in die Tanks gelangen. Ich dachte mir, dass vor allem starke Kalkbeläge sicher auch eine gute Grundlage für Bakterienwachstum lieferten, weil ich davon ausgehe, dass die raue Oberfläche guten Boden liefert. Für 2019 war also Action angesagt:

Ich bin dem Ratschlag gefolgt, zur Entkalkung Zitronensäure zu verwenden. Preisunterschied: industrieller Entkalker für Tanks 15 Euro pro 100 Liter Tankvolumen (0,5 kg Granulat); Zitronensäue 1 Kg ca. 6 Euro. Essig soll man ja nicht zum Einsatz bringen, weil dieser zu sehr die diversen Gummidichtungen angreift. Daher habe ich mir heuer 2 kg Zitronensäure in Lebensmittelqualität pro Tank besorgt. Geldersparnis ca. 50% zum Industrieprodukt.

Das Einfüllen ist recht problemlos. Allerdings muss man die kristallisierte Säure unter ständigem Wasserfluss in die Tanks einschwemmen, da sonst dicke Klumpen die Zuleitung rasch verlegen können.

Nach dem Anfüllen aller Wasserbehälter ließ ich die "Brühe" 24 Stunden einwirken, bevor ich wieder begann den Tankinhalt zu entsorgen.

Ich staunte nicht schlecht, was da zum Tageslicht kam. Speziell nach einer Ausfahrt mit etwas Wellengang war alles nicht nur angelöst, sondern auch kräftig durchgeschüttelt. Aus allen Leitungen kam milchig trübes Wasser. Pro Tank musste ich das Vorsieb mindestens 4-5 Mal reinigen und auch den feineren Filter direkt auf der Pumpe musste mehrfach gespült werden.

 


Somit stellte ich zum Abschluss sicher, dass alle Behälter, Siebe und Leitungen auch gründlich mit Klarwasser gespült wurden.

Ein derartiges Ergebnis hatte ich bisher noch nie erzielt. Ich hatte keine Ahnung, welches Kalkbergwerk wir hier auf dem Meer herumkutschierten. Ob diese Ablagerungen vorwiegend aus den Tanks stammen, oder, ob vor allem der Warmwasserboiler hier seinen Inhalt preis gegeben hat, kann ich natürlich nicht sagen. Aber im Herbst wiederhole ich die Prozedur sicher vor dem Einwintern.

Könnt Ihr hier Eure Erfahrungen teilen? Mich würden Reaktionen und Erfahrungen sehr interessieren. Danke!

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Das Ende der PDLC Geschichte

So sieht der Smart-Film nach ein paar Wintermonaten aus. Ich hatte ihn ja letzen Dezember aufgebracht. Die Folie ist steif geworden, vor allem aber scheint die Adhäsion nicht mehr zu funktionieren. Ob es die Temperaturschwankungen waren, oder das UV-Licht, oder beides kann ich nicht sagen. Der Hersteller meinte, es hätte sich vielleicht Wasser zwischen Film und Plexiglas gehalten. Meiner Einschätzung nach ist der Film nicht mehr zu sanieren. Ich habe daher beschlossen, dieses Projekt abzuschließen. Den Smart-Film habe ich im dafür vorgesehenen Behälter deponiert. Schade, aber der Versuch war es wert!

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Vergleich verschiedener Energiequellen

Hauptenergiequelle bisher war der Landstromanschluß. Unterwegs hatte ich mich dann auf die Lichtmaschine des Schiffsdiesels verlassen. Was für ein Fehler! Ausgerüstet mit Bleibatterien (50% von 400Ah) speiste die Lichtmaschine dann aber nur für ein paar Stunden pro Tag Strom ein. Bleiakkus benötigen jedoch lange Ladezeiten, um wirklich ihre volle Kapazität zu erreichen. Auch stimmen die Herstellerangaben älterer Lichtmaschinen nicht wirklich was die Ausbeute betrifft. Eventuell niedrige Drehzahl, Temperatur und Verluste lassen nur einen Bruchteil wirklich als Ladung ankommen. Jason Wynn hat seinen Ladestrom gemessen und ein Video veröffentlicht. Bei ihm waren im Leerlauf 25A messbar, bei 2000 RPMs waren es maximal 28A. Ich fürchte unser Setup wird kaum bessere Werte liefern. Somit waren an Bord der Five Senses bisher weder Ladestrom noch Ladezeit ausreichend, um uns nachhaltig mit Energie zu versorgen. Saison 2019 wird dahingehend anders!

Lichtmaschine: neue Generationen von Lichtmaschinen erreichen selbst bei geringeren Drehzahlen höhere Ladeströme. Außerdem kann man ein zweites Gerät an den Schiffsdiesel montieren. Wenn man Stromspeicher besitzt, die rasch aufgeladen werden können, reichen mitunter 1-2 Motorstunden pro Tag, um seine Energiereserven aufzufüllen. Einen Generator mit Verbrennungsmotor möchte ich auf keinen Fall einbauen, weil das wieder Wartungskosten, etc. mit sich bringen würde und zusätzlich Gewicht und Lärm an Bord bedeutet. Der Nachhaltigkeitsgedanke und Umweltschutz kommen natürlich auch zum Tragen. Auch wenn eine zusätzliche Lichtmaschine etwas Motorleistung kostet für mich ein klares Go.

Hydrogenerator: In den letzten Jahren hat sich diese Technologie rasant entwickelt. Bei ausreichend Fahrt im Schiff dreht sich ein schraubengetriebener Generator mit und liefert somit Energie. Der zusätzliche Wasserwiderstand ist vernachläßigbar. Für unseren Hauptfahrtbereich, die obere Adria, halte ich solch eine Lösung nicht für ideal, da wir im Sommer meist unter Leichtwindbedingungen segeln. Gemeinsam mit den Anschafftungskosten daher für mich keine perfekte Lösung, wenn sie mir auch insgesamt sinnvoll scheint. Eine ganz andere Idee hatte die Crew von "Sailing 7 Seas". Der Schiffsdiesel wurde dort gegen eine E-Motor eingetauscht, der nun während der Segelfahrt auch Strom rekuperiert. Coole Idee!

Windgenerator: Wiederum haben neue Entwicklungen gute Verbesserungen gebracht. Lästiges Schwirren und Vibrationen gehören der Vergangenheit an. Der Vorteil eines Windgenerators ist zweifellos, dass er auch nachts funktioniert, sofern halt ausreichend Wind vorhanden ist. Die Ladeströme bei 3-5 Windstärken sind beachtlich und für längere Überfahrten ist solch eine Lösung sicher denkbar. Das Kosten/Ertragsverhältnis für Windgeneratoren ist günstig! Vielleicht mal später für die Atlantiküberquerung 😉

Solarstrom: Solarzellen haben in den letzten Jahren mehrere Technologiesprünge erlebt. Mittlerweile gibt es neben den fixen/starren Installationen auch flexible Panele. Sie zeigen zwar kürzere Lebensdauer, aber auch hier gibt es Fortschritte. Ein italienischer Hersteller kommt ohne die anfälligen Lötstellen aus und verdrahtet redundant, womit auch die flexiblen Solarfelder deutlich länger funktionsfähig bleiben. Außerdem hat ein solches Panel nur max 2,5 Kilogramm. Ein zweites Problem waren Verschattungen. Wurden selbst kleine Felder verdunkelt, fiel die Ladeleistung rapide ab. Auf einem Segelboot mit großen "schattengebenen Flächen" ein Horror. Neue, intelligente Laderegler können diese Herausforderung nun auch schon deutlich besser meistern. Fläche ist bei uns genügend vorhanden, somit also wieder: "grünes Licht!"

Brennstoffzelle: Seit einigen Jahren kann man mit Hilfe von Brennstoffzellen und Alkohol Energie herstellen. Über programmierbare Relais läßt sich die Ladeleistung fast vollständig automatisieren. Solange man also genug (für dieses Gerät verwertbaren!) Alkohol an Bord hat, geht einem der Strom nicht aus. Diese noch recht junge Technologie ist im Vergleich mit anderen Energiequellen an Bord relativ teuer und ständig die Kanister herumzuschleppen stelle ich mir auch nicht lustig vor. Hier warte ich also noch ein paar Jahre auf weitere Entwicklungen.
Neben neuen Energiespeichern werde ich für heuer Solarfelder und eine zusätzliche Lichtmaschine einplanen. Das Anschlussschema habe ich in einer Facebook-Gruppe (Solar on a boat!) diskutiert und viel interessantes Feedback erhalten. Nun geht es also an die Feinplanung!

setup

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Stromverbrauch berechnen

Bevor man sich entscheiden kann wie man an Bord Strom speichern möchte, muss man ein paar Dinge überlegen: Stromverbrauch und damit notwendige Speicherkapazität, Stromquellen - wie also geladen werden soll und dann natürlich so Kleinigkeiten wie Platzangebot, Kosten etc.
Nachdem ich heuer den gesamten Bereich der Stromerzeugung, Stromspeicherung und auch des Stromnetzes an Bord in Angriff nehmen möchte, teile ich mit Euch hier meinen ersten Schritt: die Berechnung des Stromverbrauches.

Und hier ist keine große Hexerei angesagt: Geräteliste, Stromverbrauch (in Watt oder Kilowatt), Schätzung wie lange die Geräte in 24 Stunden betrieben werden (in Stunden) und dann Errechnung des Verbrauchs in Ampere-Stunden (Ah) unter Berücksichtigung Eurer Bordnetzspannung. Allerdings gibt es unterschiedliche Herstellerangaben was die Einheiten betrifft, ev müsst Ihr also etwas recherchieren. Hier eine kleine Tabelle und Anleitung dazu als Beispiel:

  • LED Beleuchtung Salon und Kabinen: 50 Watt (Überschlagsrechnung)
  • Betriebszeit pro 24 Stunden: 4 Stunden (geschätzt)
  • Tagesverbrauch in Kilowattstunden: (50/1000) * 4 = 0,2 kWh
  • Meine Bordnetzspannung: 12 Volt
  • Umrechnung auf Ah: 50 Watt/12 Volt * 4 Betriebsstunden = 16,67 Ah

Mit den kWh und auch den Ah solltet ihr schon in der Lage sein, Euren Verbrauch pro Tag zu schätzen. Üblicher Weise zählt man dazu Bord- und Navigationsbeleuchtung, Elektrogeräte (Fön, Laptop, Milchschäumer), Navigationsgeräte wie GPS und Plotter inklusive Radar und Autopilot, Kühlbox/-schrank und Gefrierfach zusammen. Das ist dann die Summe Eures durchschnittlichen, geschätzten Verbrauchs in 24 Stunden. Dass nun eine Klimaanlage durch Batteriestrom kaum zu speisen ist, liegt auf der Hand. Eine Überraschung für mich war aber die Navigationselektronik. Jedes Gerät für sich braucht nicht viel Strom, aber in Summe und über den Segeltag und die vielen Stunden gerechnet, kommt schon viel zusammen.

Wenn Ihr nun die von Euch benötigte Batteriespeicherkapazität schätzen wollt, muss man noch zwei Fragen beantworten:

  • Wie lange möchte/muss ich mit dem gespeicherten Strom auskommen bevor nachgeladen werden kann?
  • Welche Stromspeicher = welchen Batterietyp möchte ich verwenden?

Die erste Frage liegt auf der Hand: Welcher Typ Segler bin ich in Bezug auf Landstromverfügbarkeit? Und auch welche Stromquellen habe ich an Bord und wo verwende ich mein Segelboot am häufigsten? Damit ist klar welche Stromerzeugung für Euch am sinnvollsten ist (Solar, Windgenerator, Hydrogenerator, Brennstoffzelle, Generatoren, die von fossilen Brennstoffen angetrieben werden inlusive Lichtmaschine Eures Schiffsdiesels) und wann ihr sie nützen könnt.
Die zweite Frage müsst ihr beantworten, weil jeder Battrietyp nur unterschiedlich tief entladen werden kann und soll. Während herkömmlichen Bleibatterien nur ca. 50% der Gesamtkapazität entnommen werden sollen, können Lithium Ionen Akkus bis zu 80 oder 90% ihrer Speichermenge zur Verfügung stellen ohne dabei an Lebensdauer einzubüßen.
Für unsere Five Senses (eine 49 Yacht im Mittelmeer und häufigster Nutzung unter Tags und mit Liegepausen in der Nacht) habe ich einen Tagesverbrauch von rund 330 Ah, oder rund 4 kWh berechnet. Lege ich das auf LiIon-Akkus um und rechne ich mit 80% Energieentnahme, so benötige ich also pro Speichertag 412 Ah oder fast 5 kWh an Kapazität. Derzeit haben wir 400 Ah Bleiakkus an Bord, uns fehlen also bei 50% Entnahme 130 Ah, oder anders gerechnet: nach 14 Stunden ohne jegliche Ladung ist der Saft alle. Weil es sich bei den 330 Ah um eine konservative Rechnung handelt und um einen Durchschnitt, hielt der Strom auch manchmal länger, vor allem weil wir ja auch den Schiffsdiesel zum Auslaufen und Anlanden verwenden. Aber nach einer Nacht am Anker waren die Batterien meistens einfach leer...
Fazit: neue Energiespeicher und auch Energiequellen müssen her! Stay tuned...

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Start der Saison 2019

Im Juni 2016 kauften wir unsere Five Senses, um sie dann im folgenden Oktober von ihrem Liegeplatz in Kroatien abzuholen. Seitdem hat sie in der Marina Punta Gabbiani in Italien ein neues Zuhause gefunden. Ich denke, dass es mit einem Boot genauso ist, wie mit einem Zuhause an Land: zuerst gibt es die groben, hauptsächlich funktionellen Dinge zu entdecken und auch zu sanieren, aber im Laufe der Zeit will man dann die Details kennen und diese  Schritt für Schritt weiter entwickeln und Verbesserungen vornehmen.

Und so plane ich auch Wartungsschritte und Upgrades für das Boot-Schritt für Schritt. Auch wegen der finanziellen Auswirkungen. Hier unten seht Ihr die Five Senses noch sehr ursprünglich, im Zustand nach Charter, funktionell OK aber teilweise auch sehr beansprucht.

2017 war somit das Jahr der großen Änderungen, das Teak-Deck musste erneuert werden, ich bestellte neue Segel und kaufte zusätzlich zu existierenden Segelgarderobe einen Code Zero. Für diesen ware aber auch Rigganpassungen notwendig. Ein paar alte Elektronik-Teile, wie der Plotter, mussten ersetzt werden und auch einige Borddurchlässe waren zu erneuern.

2018 war das Unterwasserschiff reif für eine Runderneuerung. Die Osmosephrophylaxe und ein  neuer Anstrich waren fällig. Ein wirklich toller Nebeneffekt war, dass wir dadurch im Schnitt 1 bis 1,5 zusätzliche Knoten an Fahrt gewinnen konnten. Außerdem haben wir die Sprayhood und Bimini erneuert und die Farbe von tiefblau auf hellgrau geändert. Weiteres Ziel war auch durch den Einbau eines Tiefkühlers und natürlich unserer Klimaanlage ein mehr an Komfort zu geschaffen. Auf der Sicherheitsseite haben wir alle Teile der Gasanlage gewechselt, oder gewartet, und dann auch Herd und Backofen, erneuert. 2019 ist nun das Jahr der Umrüstung einiger Instrumente, auch Teile des Hozausbaus innen müssen erneuert werden. Das größte Projekt widmet sich aber der Autonomie und damit der Energieerzeugung, -speicherung und- bereitstellung. Wir haben auch darüber nachgedacht, die Cockpit-Kissen zu erneuern, und ich habe begonnen, mehr Rotlichtquellen zu installieren, um uns für Nachtfahrten zu rüsten.
Und nicht zu vergessen ist mein Projekt mit dem Smart Glass auf dem Steckschott des Niederganges. In 14 Tagen werde ich die Elektrik dahinter montieren, was viel Spannung verspricht.

So werden sich die nächsten Beiträge auf die Pläne und deren Ausführung in Bezug auf Upgrades, Verbesserungen oder einfache Wartung konzentrieren.
Zu guter Letzt habe ich noch ein Instagram-Account gestartet, um mehr Fotos zu teilen und die Geschwindigkeit des Posting zu erhöhen. Ich freue mich über Follower, Kommentare und natürlich likes!
Somit wünsche ich uns allen eine super Saison 2019 und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel!

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