Kategorie:

Venedig und seine Nachbarinseln

Overview

Port calls: Aprilia Maritiima- Venedig - Aprilia Marittima

Segeltage: 3

Schwierigkeitsgrad der Route: Geeignet für Anfänger

Zeitplan: entspannt

Langfahrt Charakter: Tagesausflug

Route

Logbook

Es sind rund 45 Seemeilen zu segeln, um von Aprilia Marittima nach Venedig zu gelangen - bei gutem Wind also eine ideale Tagesstrecke. Die Fahrt führt vorbei an Caorle, Bibione und an mehreren Fisch- und Muschelfarmen, die durch zahlreiche Tonnen und Bojen gekennzeichnet sind. Bis auf ein paar Freizeitsportler wie uns und vielleicht ein paar Fischer trifft man um diese Jahreszeit wenig andere Schiffe. Vor allem die Großschiffahrt läuft hier keine Ziele an und ist somit so nah am Festland kaum anzutreffen. Direkt vor Venedig ist das alles anders, von Kreuzfahrtschiffen abgesehen gibt es hier duraus auch Tanker oder Frachter zu beobachten.
Für den heurigen Oster-Törn planten wir, die neu eingebauten Instrumente inklusive Autopilot gemeinsam mit einem REBO Techniker zu prüfen und zu kalibrieren. Erst dann brachen wir bei Sonnenschein, aber leider auch null Wind Richtung Süden auf. Somit motorten wir die gesamte Strecke, was zumindest eine gleichbleibende Geschwindigkeit von 6,5 Knoten bescherte. Wir nutzten die Zeit, um unsere neuen Cockpit Pölster zu testen, zu kochen, Fotos zu schießen und ich übte den Umgang mit dem Radar.

Kurz vor unserer Ankunft in Venedig rief ich in der Marina Sant'Elena an, um mich nach einem Liegeplatz zu erkundigen. Zum Glück war ein Plätzchen frei und wir wurden gebeten, uns kurz vor Ankunft über den VHF Kanal 77 zu melden. Vorbei ging es also am mächtigen Mose Projekt und am Forte Sant'Andrea, einer Festung aus dem 16. Jahrhundert.


Nachdem es schon recht spät am Nachmittag war, verlegten wir die Runde über den Canale Guidecca und vorbei am Markusplatz auf den Tag der Abreise und machten in der Marina fest. Angelgt wird hier, wie in der Adria üblich, römisch-katholisch (mit dem Heck zum Steg). Die Marina ist mit Schwimmstegen und großen Dalben ausgestattet. Alles keine Hexerei. Die eigentlichen Duschkabinen und WCs sind noch immer nicht fertig. Es gibt ein Provisorium in Containern und das ist eher schlecht als recht in Schuss.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Vaporetto auf die Insel Burano, eine der Nachbarinselchen von Venedig. Bekannt und berühmt ist dieser Ort für seine farbenprächtigen Häuser. Wir stiegen schon eine Station vor dem Fährterminal aus und entdeckten ein kleines Hotel-Restaurant mit traumhaftem Garten, direkt neben der Anlegestelle. Hier duften Kräuter und es gedeiht Wein in unglaublicher Stille und Beschaulichkeit.

Kaum am Fährterminal vorbei taucht man dann in eine lebhafte Fussgängerzone ein. Die Farbenpracht ist wirklich unbeschreiblich und trotzdem wir hier nun alles andere als alleine durch die Gassen und Straßen bummelten, war dies ein ebenso abwechslungsreiches, wie auch nettes Erlebnis.

Die nächste Station unserer Inselhopping Tour war Torcello. Wer hier nach prächtigen Palazzi, Villen oder nach der Farbenpracht von Burano sucht ist völlig am falschen Dampfer. Historiker gehen zwar davon aus, dass die Besiedelung Venedigs hier rund um 452 begonnen hat, heute ist aber nichts vom Glanz alter Tage übrig. Vermutlich hat man im Rahmen der "Übersiedlung" nach Venedig wirklich alles wiederverwertes, was nur irgendwie möglich war. Nachdem Steine und selbst Bauholz in der Laguno rar und damit kostbar waren, wurde alles kurzerhand mitgenommen und für den Aufbau Venedigs verwendet - so die geschichtliche Theorie. Beweise gibt es dafür allerdings keine. Heute gibt es noch einen Turm und eine Kathedrale zu besichtigen.

Zwei der wenigen verbliebenen Häuser beherrbergen ausgezeichnete Restaurants und mit einem weiteren heurigen-artigen Lokal und einem Abendlokal sind alle Bauwerke der Insel fast vollständig aufgezählt. Wir genossen hier die Natur, Ruhe und die ausgezeichnete Kulinarik.

Zum Abschluss unserer unseres Tagesausfluges stand noch Murano auf dem Programm. Wenn man den Glasbläsern an der großen Öfen zusehen möchte, ist man mit dem hier geschilderten Ablauf zu spät dran. Dann sollte man Murano am Vormittag besuchen. Wir hingegen genossen einen Nachmittags-Kaffee in einem der zahlreichen Eissalons und schlenderten durch Muranos Gassen und gustierten vor den Schaufenstern der Glaskünstler.

Zurück in der Marina hatte ein kleiner Kiosk seine Tätigkeit aufgenommen. Es gab neben Aperol die üblichen italienischen Getränke und warme Snacks. Perfekt, um den Tag ausklingen zu lassen!

Ohne das Zentrum Venedigs zu besuchen, wollten wir dann doch nicht abreisen. Trotz des zu erwartenden Massenansturms von Besuchern wagten wir also den Fußmarsch Richtung Markusplatz. Während ebendort bis zur Rialtobrücke tatsächlich reges Treiben herrschte und man kaum Platz zum Atmen hatte, wurde es nach dem Bahnhof ruhiger. Zur Erholung buchten wir eine Gondelfahrt durch das Künstlerviertel "Accademia" und genossen die Ruhe und das ruhige Plätschern des langen Riemens.


Nachdem wir nur wenige gute Restaurants in Venedig kennen, die auch zu vernünftigen Preisen Qualität anbieten, sind wir der "Osteria Al Ponte" treu geblieben. Hier gibt es lokale Spezialitäten bei freundlicher und flotter Bedienung und das zwar nicht billig, aber eben auch nicht unverschämt teuer.

Unsere Venedigrunde fand dann wieder in der Marina ihren Abschluss. In der Abenddämmerung war die beste Zeit, um die Foto-Kugel auszuprobieren und das Wetter für den nächsten Tag zu checken. Die Einfahrt in die Laguna von Lignano erreichten wir in der Abenddämmerung und die Kinder nützten das großartige Farbenspiel, um an Deck zu fotografieren.

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380 Seemeilen – Aprilia Marittima – Nationalpark Kornaten – zurück

Übersicht

Port calls: Aprilia Maritiima- Novigrad - Unije - Olib - Telascica National Park - Kornati National Park - Levrnaka - Zut - Veli Rat - Ilovik - Unije - Novigrad - Aprilia Marittima

Anzahl Reisetage: 14

Schwierigkeitsgrad der Route: Sicherheit bei Ankermanövern und stärkerem Wind notwendig

Zeitplan: teilweise ambitioniert

Notwendige Selbstversorgung: 3 Tage, Mischung aus Ankerplätzen und Marinas mit geringer Infrastruktur

Route

Galerie

Logbuch

 

1. Tag, 8. August 2018
Am 7. August gastierte Ed Sheeran in Wien, Leonie musste da natürlich hin und ich war somit mit meinem Plan bereits am Montag unseren Sommerurlaub zu starten buchstäblich baden gegangen. Der Urlaubsstart wurde also verschoben und wir fuhren am 8. August aus Wien los. Eine Kleinigkeit gab es weiters zu bedenken: die Ausfahrt der Marina Punta Gabbiani wurde vor 3 Jahren das letzte Mal ausgebaggert. Durch die rasche Versandung bedeutete das heuer für uns, dass Ein- und Auslaufen nur bei Flut möglich war. Bei ausreichendem Wasserstand begonnen wir also gegen 15.00 Uhr offiziell unseren Sommertörn 2018 - bei Leichtwind, Richtung Novigrad.
Nachdem sich ein lebhafter Streit an Bord entwickelt hatte, wo wir in Novigrad anlegen wollten, und sich die Geister zwischen Marina oder Bojen schieden, probierten wir den Stadthafen als salomonische Lösung und waren schlicht begeistert. Man liegt dem Zentrum sehr nahe, erspart sich die Überfahrt mit dem Dinghy und niemand regt sich über die überfluteten Duschen der Marina auf. Denn, es gibt keine Duschen.

2. Tag, 9. August 2018
Unser durchaus ehrgeiziges Tagesziel für Tag zwei hieß Unije und nachdem rund 60 Seemeilen vor uns lagen wollten wir zeitig los. Allerdings musste ich zuerst noch zum Hafenkapitän, da das Büro beim abendlichen Anlegen natürlich nicht mehr besetzt war. Nach Erledigung der Formalitäten machten wir uns also auf den Weg und hatten aufgrund der Windbedingungen leider einige Strecke unter Motor zurückzulegen. Auf Höhe Vrsar begegneten wir jenem Schoner, den wir schon vor zwei Jahren hier gesehen hatten.

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Royal Clipper vor Vrsar

Gegen 18.00 Uhr war Maracol, eine der drei Buchten im Osten von Unije erreicht und wir erlebten den ersten Abend mit sensationellem Ausblick auf den Perseidenschauer, der in den kommenden Tagen seinen Höhepunkt erreichen sollte.

3. Tag, 10. August 2018
Wir wollten definitiv noch das kristallklare Wasser in der Bucht nützen, um ausgiebig zu baden und auch, um den neuen Außenbordmotor von Torqeedo zu testen. Wir ließen uns mit der Abfahrt also Zeit, auch, weil unsere Tagesetappe nur ca. 30 Seemeilen betrug. Unser Plan war es von Unije aus Olib zu erreichen, was nach einem angenehmen Segeltag auch bestens gelang. Der Wind hatte deutlich aufgefrischt und wir fanden die letzte Lücke an der Mole, um uns dort hinein zu zwicken. Nachdem ich dann sah, wie sehr der Schwell jene weiter innen festgemachten Boote schaukelte, war ich doppelt so glücklich über unseren Liegplatz an der Mole.

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Sonnenuntergang in Olib

4. Tag, 11. August 2018
Von Olib aus wollten wir das südliche Ende von Otok Dugi erreichen. Auf der Fahrt sahen wir eine Delfinschule, die uns ein paar Minuten lang begleitete.

Eine Pause war für zum Baden und die Besichtigung einer alten Bunkeranlage der Yugoslawischen Armee eingeplant und gegen Abend erreichten wir dann den Naturpark Telašćica bei mittlerweile rund 4 Windstärken aus NO.

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Unter Code Zero gemütlich Richtung Süden

Wie für dieses Gebiet typisch mußten wir bei teils kräftigen Fallböen aus NO kreuzen. Im eher engen Fahrwasser war also Einiges zu tun. Sabine sorgte kurz vor einer Felseninsel für eine gelungene Einlage: sie wollte die Schot des Code Zero klarieren und zog etwas zu fest daran. Im Handumdrehen entrollte sich das große Tuch und killte lautstark im Wind. Nachdem Leonie beim Einrollen des Endlos-Furlers immer wieder Pausen einlegte, rollte sich das Segel immer wieder aus und sorgte durchaus für Stress an Bord. Seither war der Code Zero immer gegen eigenmächtiges Ausrollen gesichert. Wieder eine Erfahrung mehr!
Am Ende des Fjords ankerten wir fast direkt vor der Konoba Go-Ro, mehr darüber gibt es in einem eigenen Beitrag zu lesen.
Bevor wir weiter in den Nationalpark Kornati weiter fuhren, galt es noch die Bargeldbestände aufzufüllen, denn auf den kleinen Inselchen gab es natürlich weit und breit weder Banken noch Geldautomaten. Luis und ich machten uns also zu Fuß auf den Weg nach Sali.

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Luis kämpfte sich tapfer durch die umliegenden Hügel und trotzte Kroatiens Sommerhitze

Der Ort Sali liegt an der Ostküste von Dugi Otok und ist im Sommer Port of Entry, also zur Ein- und Ausreise von uns nach Kroatien geeignet. Entsprechend belegt ist der kleine Ortshafen. Es gibt einen kleinen Supermarkt, ein paar Standler mit lokalen Waren, Eissalons und ein paar Restaurants.

5. Tag, 12. August 2018
Von Telašćica aus fuhren wir in den Nationalpark Kornati ein und genossen das ruhige Dahingleiten zwischen den zahlreichen Inselchen. Die Geschichte der zwölf auf Kornat im August 2007 getöteten Feuerwehrmänner fanden wir so berührend, dass wir beschlossen den ihnen gewidmeten Kreuzen einen Besuch abzustatten. Von diesem Zwischenstopp war es nur ein Katzensprung nach Levrnaka, wo wir übernachten wollten, um erneut die Sternschnuppen bei möglichst wenig Lichtverschmutzung zu beobachten.

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Kornati Nationalpark

6. Tag, 13. August 2018
Durch unsere Aufenthalte an Ankerplätzen und ab von den Marinas waren unsere Resourcen weitgehend erschöpft. Die Wassertanks waren zu 2/3 leer, die Batterien nur mehr gering geladen und vor allem wollten wir den sauber getrennten Müll endlich von Bord bringen. Nein, halt. Leonie wollte endlich an Land duschen, das hätte ich fast vergessen. Auch war eine Wetterverschlechterung mit Gewittern und Starkwind prognostiziert und so wollten wir keinen allzu langen Schlag mehr in Angriff nehmen. Somit führte unsere Route nach Žut. Dort genossen wir die Konoba Sandra, super klares Wasser zum Baden und die nette Nachbarschaft der Crew von "Chandra", einer Yacht von German Frers mit 56 Fuss Länge.

Nachdem es am 14. August fast vollständig durchregnete, legten wir eine Marina-Pause ein. Nachdem das Wasserbunkern auf 100 Liter/Schiff/Tag limitiert war, wollten wir außerdem weiter unsere Vorräte ergänzen. Den getrennten Müll konnten wir leider nur in Restmüllcontainer stopfen, da man in der ACI Marina leider keine Behälter zur Mülltrennung aufgestellt hat.
8. Tag, 15. August
Es blies noch immer kräftig, aber nicht verrückt. Trotzdem hatten wohl viele Segler beschlossen einen weiteren Tag in den Marinas zu verbringen. Denn als wir Žut verliesen, waren wir fast alleine auf dem Wasser unterwegs. Wir nützten die Bedingungen, um Leonie ein bisschen Erfahrung am Rad bei 5-6 Beaufort zu ermöglichen. Anstrengend aber cool, wie sie später befand.

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Bei 25 Knoten mit gerefften Segeln gegenan, eine gute Übung am Rad

Am Abend erreichten wir Veli Rat und waren froh, dass die Wassertanks gut gefüllt waren, denn hier zahlt man für Wasser, zusätzlich zur Liegegebühr. Am Abend freuten wir uns über köstliche Bewirtung in der Pizzeria Galeb.
9. Tag, 16. August 2019
Hätte sich nicht eine so lange Schlange vor der Rezeption der Marina gebildet, wir wären schon deutlich früher weggekommen. Aber so verbrachte ich eine gute Stunde beim Check-out bevor wir Richtung Wrack segeln konnten. Dort angekommen unternahmen wir einen eindrucksvollen Schnorchel-Ausflug. Ich wußte nicht wie sich die Meerestiefe hier gestaltete, so ankerten wir mit gutem Abstand. Das nächste Mal würde ich näher zum Wrack fahren, weil hier gleichbleibend ca. 5 Meter Tiefe vorherrschen und man sich gefahrlos nähern kann. Und, ich würde früher kommen, denn die ankommenden Segler ließen oftmals gute Seemannschaft vermissen, kamen viel zu nah an unser Boot heran und um ein Haar hätte es einen Crash gegeben.

Eigentlich wollten wir Mali Lošinj erreichen, doch die wechselnden Windstärken (zu Mittag Flaute, am Nachmittag wieder 25 Knoten auf die Nase) machten uns einen Strich durch die Rechnung. Auf der Kreuz kamen wir deutlich langsamer voran als gehofft und so entschieden wir uns doch nach Ilovik zu fahren.

Um 20.30 erreichten wir die Bojen fanden aber keinen Platz mehr. Somit machten wir an der Mole fest, wo die Linienfähre anlegte. Um 21.00 Uhr machten wir nochmals Platz und wir mußten versprechen um 6.00 Uhr wieder verschwunden zu sein. Klar doch!
10. Tag, 17. August 2018
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Kurz nach dem Ablegen aus Ilovik ging die Sonne auf. Moritz hatte es sich an Deck gemütlich gemacht und beobachtete das Schaupspiel. Er hat super mitgeholfen abzulegen und engagierte sich dann bei der Vorbereitung fürs Frühstück. Irgendwann war dann die Luft aber draußen.
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Nachdem wir so zeitig aufgebrochen waren, legten wir einen Stop in Mali Lošinj ein, ergänzten noch Proviant, kauften Souvenirs und fuhren dann weiter nach Unije, um diesmal in Podkujni festzumachen.
11. Tag, 18. August 2018
Jedes der Kinder und natürlich auch Sabine durften sich ein Ziel wünschen, wo wir im Rahmen des Urlaubes unbedingt stehen bleiben mußten. Unije und Mali Lošinj waren bereits abgearbeitet, es fehlte aber noch Brijuni und mein absolutes Highlight, das Restaurant Marina in Novigrad.

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Sonnenaufgang vor Unije

Im Morgengrauen machten wir uns also auf den Weg, um nach unserer Ankunft in Brijuni noch möglichst viel vom Tag verfügbar zu haben. Am Programm standen dann also neben baden ein Ausflug mit dem Elektroauto und das Abendessen im Hotel Neptun.
12. Tag, 19. August 2018
Am Weg nach Novigrad passierten wir Rovinj mit seiner Großbaustelle, Vrsar mit dem großartigen Restaurant Trošt und den Limski Kanal. Das Ziel war aber vollkommen klar: Das Restaurant Marina, meine absolute Wunschdestination für diesen Sommertörn. Außerdem feierten Sabine und ich am 18.08. unseren Hochzeitstag und wir wollten ihn gebührend begehen. Hier ein paar Highlights, ohne weitere Worte.....

13. Tag, 20. August 2018
Aus irgend einem Grund hatte es Leo eilig wieder nach Hause zu kommen. Und so hatten wir, gutes Wetter vorausgesetzt, unsere Rückfahrt nach Aprilia bereits für den 20. August geplant. Bei wenige Wind und fast spiegelglattem Meer motorten wir also aus dem Kroatischen Hoheitsgebiet und erreichten am frühen Nachmittag die Lagune. Gerade richtig, um wieder mit der Flut unsere Marina zu erreichen. Moritz nützte die Zeit für einen Rigg-Check 😉

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Noch mit dem Gurt für Erwachsene, jetzt haben wir einen für Kinder auch an Bord!

14. Tag, 21. August 2018
Aus irgendeinem Grund hatte die Waschmaschine nicht geschleudert und wir konnten unser Gewand nicht in den Trockner schmeißen. Somit mußte alles außen aufgehängt werden und unser Boot sah aus wie ein Waschsalon....

... und die vorläufig letzte Nacht an Bord war angebrochen. Dafür war es jetzt an der Zeit den Unterwasseranstrich nochmals zu verbessern und auch die UW-Scheinwerfer so zu versetzten, sodass sie auch tatsächlich unter Wasser befanden.
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72 Stunden in der oberen Adria: Triest, Piran, Aprilia Marittima

Übersicht

Port calls: Aprilia Maritiima - Triest - Piran

Anzahl Reisetage: 3

Schwierigkeitsgrad der Route: für Anfänger geeignet

Zeitplan: locker

Notwendige Selbstversorgung: 1 Tag, tägliches Anlaufen einer Marina

Route

Galerie

Logbuch

Letztes Jahr waren wir deutlich öfters nach Kroatien gesegelt. Doch das zähe Einreiseprozedere, Nichteinhaltung von Öffnungszeiten des Hafenkapitäns, erhöhte Gebühren und leider auch muffige Beamte haben die Freude leider zusehens getrübt. Muss ja nicht sein, dachten wir uns und so steuerten wir heuer deutlich vermehrt die italienische und slovenische Küste an.

Die Überfahrt nach Triest war ebenso spannend wie abwechslungsreich. Windtechnisch war von Flaute, einer leichten Brise unter Code Zero und einem durchaus lebhaften Lüftchen mit 4-5 Windstärken alles drinnen was Spaß macht. Gerade zum Anlegen hatte der Wind auf ca. 20 Koten aufgefrischt, aber unsere Gäste erwiesen sich als Naturtalente und das Festmachen war so völlig unproblematisch.

Die Übernachtung in der Marina San Giusto ist schon zur liebgewonnenen Tradition geworden und dank der Aufzeichnungen ebendort erhalten wir inzwischen einen Stammkundenrabatt. Auch das Eataly haben wir erneut besucht, um uns dieses kulinarische Shoppingabenteuer wieder einmal zu gönnen.

Blick aus dem Fenster des Eataly

Das Highlight war diesmal aber definitiv Piran. Meine sicherheitshalber und ungläubig gestellte Frage nach Einreiseformalitäten belächelte der Hafenmeister nur milde. Ein guter Anfang. Für die Kinder war der Spaß perfekt, nachdem sich gleich gegenüber der Transitplätze ein kostenloser Meerzugang befindet. Die Wellen spritzten fast bis in die Restaurantzeile und waren ideal um sich auszutoben.

Das Städtchen selbst präsentiert sich gepflegt mit zahllosen historischen Bauten und Gässchen. Der ehemals venezianische Einfluss ist dabei im Stadtbild nicht zu leugnen. Nach einem kleinen Bummel empfiehlt sich ein Eis, oder ein Kaffee auf dem Stadtplatz.

Ob der Kleinheit des Ortes sollte man in seinem Wunschlokal rechtzeitig reservieren. Wir hatten zu neunt durchaus unsere Mühe ein passendes Restaurant zu finden. Mein Tipp ist nach wie vor das Neptun. Ich denke, wir haben dort die beste Tomatensuppe ever gegessen.

Krönender Abschluss des Wochenendes: Moritz feierte Geburstag am Boot! Happy Birthday!

 

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Aprilia Marittima – Grado – Muggia – Triest und zurück

Eine mittlerweile erprobte Route für verlängerte Wochenenden führte uns auch diesmal nach Grado und dann weiter nach Muggia, Triest und wieder zurück. Das Wetter versprach Abwechslung von Sonnenschein und Windstille bis Regen und 4 Beaufort bei Südwind mit Seegang um die 3.
Am Samstag gestaltete sich die Anfahrt nach Grado sehr gemütlich und bei 5 Knoten Wind aus Nord-Ost nahm ich mir die Zeit Code Zero und Genua gleichzeitig zu setzen. Das Ergebnis waren 6 Knoten sehr ruhiger und gleichmäßiger Fahrt, für das Layout eines Fahrtenseglers ein, wie ich finde, super Ergebnis.


 
Die Einfahrt nach Grado hielt dann noch eine Überraschung parat: Trotz genauer Navigation im Fahrkanal saßen wir plötzlich auf, konnten uns aber auch rasch wieder befreien. Mein Tipp also: bei der Einfahrt in der ersten Hälfte streng backbord halten. Die Untiefe liegt nämlich rechts im Fahrwasser. Wir lagen auch diesmal wieder in der Marina Darsena San Marco, in der Vorsaison gibt es Rabatt und so kostet die Nacht gerade 55 Euro. Am Sonntag bleibt das Büro geschlossen. In die Stadt ging es mit dem Dinghy, welches ich mit Positionslichtern von Railblaza ausgestattet habe.
 
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Bevor wir am Sonntag Triest und die Marina San Giusto ansteuerten, wollten wir noch einen Abstecher nach Muggia machen, um dort das Sal de Mar zu besuchen. Doch das war brechend voll, wie auch "La Terraza". Zeit also, Neues auszuprobieren: Trattoria la Risorta. Belohnt wurde unsere Neugier mit einem authentischen Familienbetrieb, welcher sich mit einem starken regionalen Bekenntnis positioniert. Auf der Karte stehen typische Fisch-Spezialitäten ebenso wie Küche Österreichischen Einschlags, wie man es hier um Triest oftmals sieht. Gulasch wollte ich dann aber doch nicht probieren, das bekomme ich ja auch bei uns zu Hause.

Im Lokal gibt es ein eigenes Display für den hier zubereiteten Kaffee von "Amigos Caffè". Auch hier steckt ein lokales, familiengeführtes Unternehmen dahinter und wir fanden deren Produkt ausgezeichnet. Ein Päckchen, speziell für die Bialetti gemahlen, musste also mit.
Von der Terasse aus konnten wir dann auch immer wieder kontrollieren, ob die Five Senses noch gut verankert war. Der lehmige Untergrund in dieser Bucht stellt allerdings keine besonderen Herausforderungen an das Grundeisen und so lief alles glatt.

Triest selbst bot wieder einmal bestes Wetter, tolle Geschäfte, großartiges Flair und wir verließen die Stadt mit dem festen Entschluss bald wieder kommen zu wollen. San Giusto ist allerdings nicht gerade billig, für 100 Euro die Nacht fanden wir die Leistung (Liegeplatz, Wasser, Strom und saubere Sanitäranlagen) doch eher grenzwertig. Dafür liegt die Marina in Gehweite zum Stadtzentrum und gleich ums Eck vom "Eataly" - einem einmaligen Delikatessen-Geschäft mit angeschlossenem Restaurant. Tipp: zum Frühstück nur bedingt geeignet, weil die Tramezzini und Foccacia erst ab 10.00 Uhr serviert werden.
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Während dieser Winterpause hatte ich UW-Scheinwerfer installieren lassen und im klaren (aber leider trotzdem stark verschmutzten) Wasser in Triest spielten sie erstmals ihre Stärken aus: Unzählige, kleine Fische schwammen unaufhörlich im Kreis um das blaue Licht herum. Aufgrund der Belichtungszeit lies sich das Schauspiel leider nicht besonders gut einfangen, hier aber ein Versuch das Geschehen festzuhalten.
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Unsere Rückfahrt erfolgte dann endlich bei guten Windverhältnissen: 10-14 Knoten aus meist südlicher Richtung bescherten uns zwar durchaus einigen Seegang, im Schnitt kamen wir aber mit 8 Knoten Fahrt durchs Wasser wirklich gut voran. Fast zu schnell, denn die Lagune von Lignano ist heuer bereits stark versandet und wir können nur bei Flut ein- und auslaufen. Die Ankunft will also gut geplant sein. Das Baggerschiff haben wir aber schon gesehen, die Fahrstraßen werden also heuer wieder auf Vordermann gebracht. Gut so, denn ständig im Sand stecken zu bleiben macht weder Spaß, noch tut es bekanntlich dem Schiff gut.
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Zurück in Aprilia machte ich mich an die Installation meiner Batsystem LED Streifen und Tube-Leuchten mit USB Anschluss, davon aber nächstes Mal mehr...

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Wochenendausflug: Grado – Muggia – Triest

Die Lagunenstadt Grado wurde vermutlich im 2. Jahrhundert vor Christus als Seehafen der Stadt Aquileia gegründet. Als Besonderheit sind alle Strände nach Süden ausgerichtet und genießen daher den ganzen Tag Sonne. Wir besuchen Grado sehr gerne wegen seiner pittoresken Altstadt und weil die Fußgängerzone ausgesprochen nett zum Verweilen einlädt.
 


 
Die Ansteuerung von Grado ist komplikationslos und simpel, sofern man nicht in den alten Stadthafen einlaufen möchte. Dennoch erinnern Schiffswracks an fehlgeschlagene Versuche in die Lagune einzulaufen (siehe Foto oben).
Wir hatten in der Marina Darsena San Marco reserviert und machten uns somit weder über Tiefgang noch über Länge der Liegeplätze Sorgen. Bis 20 Meter Länge und 4 Meter Tiefgang kann man direkt an einer Mole anlegen, mit Muring, römisch-katholisch. Allerdings ist die Rezeption nur bis 18:30 besetzt. Eine Ansteuerung danach ist also nicht möglich. Die Marina selbst liegt ruhig, der befürchtete Schwell von der Lagune blieb aus und die Fußgängerzone ist zu Fuß in ca. 15 Minuten erreichbar.
 

 
Für unser Abendessen hatten wir im "da Toni" reserviert. Hier versteht man es auf hervorragende Weise lokale Spezialitäten zuzubereiten. Für mich besonders erwähnenswert ist die Art und Weise wie die einzelnen Zutaten gewürzt und teilweise eingelegt werden. Die Komposition der Kräuter fand ich wirklich sehr gelungen. Probieren sollte man Boreto alla gradese, eines der bekanntesten Fischgerichte aus Grado. Es war einst das Hauptnahrungsmittel der in den „Casoni“ (Fischerhütten) lebenden Familien. Es handelt sich um ein fischsuppenähnliches Gericht, welches mit gemischtem Fisch zubereitetet wird. Die Fischer verwendeten für dieses traditionelle Gericht jene Fische, die am Netzboden verblieben waren. Dazu gibt es weißen Polenta.
 
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Boreto alla gradese


 

 
Unser nächstes Etappenziel war Muggia, ein beschaulich wirkendes Fischerstädtchen, gegenüber von Triest mit dessen Industriehafen. Vorgeschichtlich war Muggia vielleicht ein Castelliere (ein Dorf mit einer Festung). Es kam unter römische Herrschaft in der Folge der Gründung von Aquileia (181 v.C.) und der Eroberungskriege Istriens (178 - 177 v.C.). Die Römer gründeten hier ein Lager, Castrum Muglae, um die Verkehrswege ihrer Kolonie vor den Angriffen der Histrier zu schützen. Und so präsentiert sich das Städtchen bis heute: wehrhaft und gut befestigt mit kleinen Gässchen und einem kleinen Hafen.
 

 
Transitgäste legen an der Mole an, der Platz dort ist aber sehr knapp. Ankern vor der Mole ist problemlos möglich. Unser kulinarischer Tipp, wenn man nicht unbedingt auf der Terrasse des "La Terrazza" den Ausblick (auf die Öltanks) sehen möchte: Sal de mar. Es liegt entzückend im Herz des Fischerhafens im Haus eines ehemaligen Salzlagers. Daher auch der Name. Als Gruß aus der Küche werden gebackene Sardinen gereicht, die Speise und Getränkekarte ist sehr lokal-traditionell ausgerichtet und hat Pfiff.
 

 
Alles in allem ein sehr entspanntes und geschmackvolles Erlebnis. Unser Highlight: die Zabaione freddo al prosecco con salsa all'aperol e arancia.
 

 
Am Nachmittag ging es weiter nach Triest, welches sich für uns als pulsierend, lebhafte Kleinstadt mit Österreichischen Wurzeln präsentiert. Meine besondere Liebe gilt dem Leuchtturm Faro della Vittoria. Er befindet sich auf einer Anhöhe des Triestiner Stadtteils Gretta, seine Gesamthöhe beträgt 68,85 Meter. Laut Wikipedia, liegt das Leuchtfeuer in ungefähr 115 Meter Höhe über dem Meeresspiegel mit einer Umdrehungszeit von 45 Sekunden und einer Reichweite von 22 Seemeilen. Bis heute dient das Bauwerk als Navigationshilfe in der Schifffahrt und ist gleichzeitig Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Marinesoldaten. Den Abschluss des Leuchtturms bildet eine Bronzekuppel, auf der sich die 700 kg schwere Bronzefigur Statua della Vittoria befindet.
Unseren Liegeplatz hatten wir in der Marina San Giusto reserviert - zum Glück. Denn die Marina ist klein, die Stege liegen eng und wir bekamen den letzten verfügbaren Liegeplatz zugewiesen. Gleich neben der Marina ist ein Restaurant mit Bar am Dach. Wenn man sich durch Barmusik gestört fühlt, sollte man vielleicht eine andere Marina erwägen. Wir genossen die zentrale Lage, die bequemen Schwimmstege und die Nachbarhschaft zu den "Großen".
 

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Am Abend kehrten wir im "da Mara" ein, einem kleinen Lokal mit typischer friulanischer Hausmannskost. Für Reservierungen sind Italienisch-Kenntnisse zwingend notwendig 😉
 

 
Von der Marina aus erreicht man leicht die Fußgängerzone, viele Bars, Cafés, Osterias und vor allem großartige Gebäude zum Bestaunen. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Rückweg über Grado nach Aprilia Marittima und wurden prompt von der Guardia di Finanza kontrolliert. Die Geschichte dazu findet ihr hier.
 

 
 
 
 
 
 

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